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Freitag, 9. Mai 2014

Wissen Sie, was und wer Sie sind?


Blöde Frage, klar; Sie kennen Ihren Namen und Ihre (bisherige) Lebensgeschichte und wissen wer Sie sind. Nur, gibt es auch Aspekte von Ihnen die Sie zwar sind, aber die Sie nicht oder nur bedingt kennen?

Ja, sicher; da ist zum Beispiel unser Unterbewusstsein. Obwohl wir dieses nicht wirklich kennen, hat es einen sehr starken Einfluss auf uns. So gibt es einmal den unbewussten Teil in uns, den wir als unseren "Automaten" bezeichnen könnten. Er steuert unseren Körper; lässt also unser Herz schlagen, atmet selbstständig, regelt unsere Verdauung, ermöglicht, dass wir uns bewegen können und, und, und...
Genau so wichtig wie diese körperlichen Steuerungen ist aber, was und wie unser Unterbewusstsein unser Denken und unsere "automatisierten" Handlungen festlegt. So übernehmen wir Werte, Glaubenssätze, Verhaltensstrukturen und Handlungsprinzipien aus unserer Umgebung - z.B. von den Eltern, von unseren Vorbildern, aus der Schule, den Medien, usw. Diese werden dann laufend mit unseren selbst gemachten Erfahrungen verknüpft und aufgrund unserer entstandenen Gefühle entsprechend bewertet. Zusammen mit dem zusätzlich erworbenen Wissen (wir lernen sehr vieles unbewusst; - oder haben Sie z.B. als 2-jähriges Kleinkind bewusst angefangen "Sprache" zu erlernen?) bilden diese drei Aspekte (übernommenes Wissen, übernommene Werte und die damit gemachten und durch uns bewerteten Erfahrungen) die Basis unseres Denkens und Handelns. Wir alle haben also gegenüber (quasi) Allem ganz bestimmte Vorstellungen (Glauben), obwohl uns diese vielfach gar nicht bewusst sind und denken und handeln auf diesen Grundlagen; auch hier, meistens ohne dass uns dies bewusst ist.

Warum dies wichtig ist? Weil wir auf das was wir Gegenwart (genau jetzt mit irgend einer Situation konfrontiert werden) nennen, also entsprechend "automatisch" reagieren. Wenn wir -egal mit was - im Jetzt konfrontiert werden (das oder das passiert), reagieren wir auf der Basis dieser drei in uns individuell angelegten und verbundenen Aspekten. Je nach Situation die uns im Leben begegnet, reagieren wir also "positiv" und bejahen diese Situation oder wollen diese umgekehrt (je nachdem von "eher" bis hin zu "um jeden Preis") vermeiden. Und weil wir alle mit einer Kraft ausgestattet sind - derer wir uns vielfach ebenfalls nicht bewusst sind -, die unser Denken in Schöpfung umwandeln kann und diese mit unserer entsprechenden (unbewussten) Vorstellung entsprechend "füttern", erleben wir dann zu einem späteren Zeitpunkt wiederum ähnliche (positive/negative) Gegenwart. Besonders "hinterhältig" ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass unser Unterbewusstsein keine Verneinung kennt. Wenn wir also diese Gegenwarts-Situation früher schon einmal negativ erfahren haben und dies zu Leid und Schmerz führte und wir dies aufgrund dieser Erfahrung unbedingt vermeiden wollen (dies oder das wollen wir "nicht"), hilft ausgerechnet diese Kraft, genau das was wir vermeiden wollen erneut zu erleben. Wir sind also in einer Art "Gedanken/Denken/Handlungs-Hamsterrad" gefangen und schöpfen so vielfach immer wieder gleiche oder sehr ähnliche Situationen, die wir zu einem späteren Zeitpunkt erneut als "leidvolle" Gegenwart erfahren - und dies ohne zu wissen warum.

Wenn und je mehr uns wir dessen Bewusst werden, haben wir natürlich die Möglichkeit, die früher übernommenen Werte und Glaubensmuster zu hinterfragen und bisherige Vorstellungen zu verändern. Dadurch ändern sich entsprechend auch unsere Gedanken, unser Denken und unser Handeln und somit - über die Zeit - zwangsläufig auch unsere zukünftig in diesem Zusammenhang zu erfahrende Gegenwart. Wir fangen also an, bis zu einem Grad bewusste Entscheidungs- und Handlungsfreiheit zu erlangen, die unser Leben in der Regel einfacher gestalten lässt.

Damit gelangen wir näher an unser Potential, schöpfen es aber bei Weitem noch nicht aus. Auch wenn wir dies vielfach sehr lange nicht akzeptieren wollen, gibt es in uns nämlich noch einen weiteren Teil den man als das "Überbewusste" benennen könnte. Dieses Überbewusste ist weder messbar noch körperlich und könnte daher als "Geheimnis des Lebens" bezeichnet werden. Es ist unsere Quelle aus der wir kommen und sind und aus der alle Kraft entsteht mit der wir unsere eigene Realität (zukünftige Gegenwart) schöpfen und manifestieren können. Also das, was uns in dieser Form als menschliches Individuum das "Lebendig-werden und Lebendig-sein" überhaupt erst ermöglicht.

Wir sind also so gesehen viel mehr als wir (in der Regel) von uns selbst kennen. Dieses "Höhere Selbst" ist verbunden mit und partizipiert an "Allem was ist". Wir können es "unser Göttliches oder das Lichtvolle in uns" nennen; also das was wir bevor wir auf diese Welt geboren wurden immer waren, - trotz der Tatsache, dass wir es vielfach vergessen haben - sind und auch nach unserem körperlichen Tod immer sein werden; vollständige Wesen, die eine individuelle Seele haben und mit und durch diese Seele die Vollkommenheit aller unendlichen Möglichkeiten in dieser durch uns selbst geschaffenen Wirklichkeit, körperlich mit all unseren Sinnen und Gefühlen erleben und erfahren möchten.

Dieses Höhere Selbst - unser wahres Potential - erschliessen zu können bedingt, es in einem ersten Schritt (in uns) zu akzeptieren (das es "da" noch etwas Unerklärbares gibt, das uns gleichzeitig Angst macht und uns dennoch anzieht), es in einem nächsten Schritt anzunehmen (also das uns bekannte "ICH" mit seinen bisherigen Erfahrungen und dem Wunsch nach grösstmöglicher Kontrolle und Sicherheit mehr und mehr aufzugeben) und uns mit diesem "Ganzen/Höherem" bewusst und aktiv zu verbinden (Loslassen und ins Vertrauen gehen) und in einem dritten Schritt uns quasi vollständig von und durch dieses "Höhere" mit Hilfe der Intuition, der Kreativität und der uns durch dieses Höhere gezeigten Möglichkeiten lenken zu lassen.

Bewusst verbinden können wir uns mit diesem Überbewussten, in dem wir in die Stille gehen. Also alles was mit "entschleunigen", mit "innehalten" und bewusstes nach "innen gehen" zu tun hat, führt uns zu unserer Quelle, dem wahrhaftigen Sein. Aus und in dieser Quelle ist vollständiger Frieden, unendliche Kraft und vollkommenes Wissen.

In die Stille gehen bedingt, unsere eigenen Gedanken loslassen zu lernen/ können. Dies gelingt am besten indem wir unser Bewusstsein während einer Zeit (ca. 20 Minuten) auf ganzheitliche Beobachtung ausrichten. Also nur das, was wir beobachten, was in unserem Gewahr-sein ist, ist jetzt wichtig. Je intensiver wir uns dem was wir beobachten gewahr werden, desto mehr können sich unsere Alltags-Gedanken "auflösen" und es entsteht in uns so ein wunderbares, fast unbeschreibliches, wohltuendes Gefühl des inneren Friedens. Wenn wir täglich während ca. 30 Tagen unser Bewusstsein jeweils ca. 20 Minuten auf dieses "Beobachten" ausrichten,  entsteht in uns eine Gelassenheit (innerer Frieden), die auch mehr und mehr unter dem Tag (jederzeit wieder) erlebbar sein wird. Es braucht dann nur noch den Gedanken des Zulassens dieses Zustandes. Aber Achtung; es funktioniert nur, wenn wir nicht willentlich wollen, sondern wiederum (jetzt nur noch ganz kurz) ins Beobachten gehen. Dieser Zustand entsteht also ganz von selbst ohne dass wir - mit Ausnahme des Beobachtens - irgend etwas tun müssen. Quasi als Nebeneffekt erfrischt uns diese tägliche Übung (vielleicht ist es in den ersten Tagen noch umgekehrt und Sie fühlen sich müde, aber mit der Zeit wechselt dies) und es ist, wie wenn wir nach tiefem Schlaf völlig ausgeruht aufwachen.

Freitag, 21. Juni 2013

Kennen Sie das? Wir wollen ein gutes und erfülltes Leben leben, aber ...

anstatt dass es uns gut geht, erleben wir vielfach nur Hektik, Stress, Geld reicht nicht, Job gefällt nicht, Beziehung klappt nicht, Ängste, Krankheiten, Unfälle, usw. ...

 

Und so "tun" wir halt noch mehr, wollen es noch besser machen ... Aber, ausser dass wir daran fast zugrunde gehen - ändert sich nichts!

 

Und all dies nur, weil wir es nicht besser wissen. Also, wir keinen Weg kennen, wie wir es schaffen könnten, dass sich "Ungewolltes" nicht mehr ständig wiederholt und wir anstelle ein Leben führen könnten, das unseren wahren Bedürfnissen und Wünschen entspricht ... 

 

Gehen Sie mal davon aus, dass wir mit unseren Gedanken unser jeweils eigenes Leben erschaffen. Also dass Sie, genau so wie Sie denken, fühlen und wahrnehmen, Ihre eigene Zukunft kreieren und erschaffen. Würde heissen, dass nur Sie selbst der Boss Ihres eigenen Lebens sind und Ihre Lebensziele und -wünsche ohne Einschränkungen umsetzen könnten.

Aber nur, wenn Sie genau wüssten was Sie denken, Ihre Wertvorstellungen und Ihre Glaubenssätze kennen, diese bei Ihrer Zukunftsgestaltung ausser acht lassen könnten und Sie keinerlei Zweifel oder Ängste hätten, dass das was Sie möchten, auch tatsächlich das Richtige für Sie sei.

Da dies wohl bei niemandem der Fall sein wird, erschaffen unsere widersprüchlichen Gedanken oftmals Chaos, Leid und Schmerz und wir fühlen uns in der Folge - wenn wir unser selbst "Angerichtetes" erleben - eher als Opfer. Schuld sind dann die (besonderen) Umstände oder die Anderen. Nur selten merken wir, dass wir selbst Ursache dieses jetzt zu erleidendem Chaos, Leid und Schmerz sind ...  

In unserem Alltag denken und handeln wir normalerweise auf der Basis unserer uns mitgegebenen Werten (Erziehung, Kultur), dem übernommenen Wissen (Schule usw.) und all unseren bisherigen Erlebnissen und gemachten Erfahrungen. Und zwar genau so, wie sich diese damals anfühlten und wie wir sie bewertet haben. Mehr und mehr entwickeln sich daraus unsere Glaubenssätze, Prinzipien und Verhaltensmuster, die dann unseren zukünftigen Entscheidungen zugrunde liegen. Zusätzlich versuchen wir, gut bewertete Erlebnisse zu wiederholen, bzw. schlecht erlebte Erfahrungen vermeiden zu wollen.

Hauptproblem dabei ist, dass aufgrund dieser früher gemachten Bewertungen, neue Erfahrungen von allem Anfang an quasi ausgeschlossen werden. Dieses lineare Denken reproduziert also (neue) Situationen, die wir dann wiederum quasi gleich erfahren und die somit unsere (bisherigen) Glaubenssätze bestätigen usw. Mehr und mehr fühlen wir uns also wie in einem Hamsterrad; immer wieder mit den gleichen Problemen/ Schwierigkeiten konfrontiert zu werden. 

Aber keine Angst, dies muss nicht so sein. Mit einer kleinen Änderung unserer bisherigen Wahrnehmungs-Perspektive können wir unser Leben schnell, nachhaltig und ganzheitlich zum "Positiven" verändern. 

Wie? In dem wir aufhören, alles im Griff (unter Kontrolle halten) haben zu wollen. Unser Bedürfnis nach Sicherheit ist bei uns Menschen vielfach so ausgeprägt, dass wir uns quasi auf nichts Unvertrautes einlassen wollen. Wir glauben, wir könnten unser Leben im Griff halten, in dem wir uns einfach auf das bisherige Wissen, auf unsere Möglichkeit zu denken und auf unsere bisherigen Erfahrungen verlassen. 
Aber als Mensch sind wir weit mehr als unser Wissen, unser Denken und unsere Erfahrung. Wir sind Teil von allem, was ist und haben über die Gabe der "Intuition und der Kreativität" Zugang zu diesem "Allem, was ist"; brauchen uns also quasi nur "einzuloggen". 

Dies bedingt aber als Erstes, loslassen zu lernen und dem zu vertrauen, das wir nicht kennen. Dies wird besser möglich, wenn wir begreifen, dass die bisher gehoffte Sicherheit vollständige Illusion ist. Wir haben das Leben in keinster Weise im Griff; oder, haben Sie keine Probleme ...

Als Zweites müssen wir diesen bereits früher erwähnten Perspektiven-Wechsel vornehmen. Anstelle, dass wir versuchen unser Leben zu kontrollieren und lineare Zukunftsgestaltung praktizieren (will ich, muss ich / will ich, muss ich vermeiden), können wir unser Bewusstsein so einsetzen, dass wir uns auf die Betrachtung der Gegenwart - also was jetzt gerade mit mir geschieht - ausrichten. Damit meine ich nicht, täglich im Rückblick unser Leben zu reflektieren, sondern im und während des Alltags gleichzeitig die Geschehnisse im Aussen und unser Verhalten im Innen wertfrei  beobachten zu wollen. Denn, wenn wir davon ausgehen, dass wir mit unseren Gedanken unsere Zukunft jeweils selber kreieren, muss die Gegenwart - so wie wir sie in jedem Moment gerade erleben - ja genau so vollständig mit uns zu tun haben.

Wertfrei und mit genügendem (innerem) Abstand unser Erleben und Tun beobachten, können wir mit einem uns gegebenen "inneren Beobachter". Wir alle haben die Fähigkeit, während dem wir denken, unser Denken gleichzeitig zu beobachten. Wir haben auch die Möglichkeit, obwohl wir in einem Gefühl sind, dieses gleichzeitig wahrzunehmen; also sogar bei einer Wut gleichzeitig wissen und beobachten zu können, dass wir Wut empfinden und betrachten, wie sich diese Wut äussert. Und obwohl wir in unserem Körper sind, können wir den Körper als Ganzes und auch Teile davon jederzeit wahrnehmen.
Wenn wir aber das Denken, das Fühlen und unseren Körper gleichzeitig beobachten können, obwohl wir im Denken, Fühlen und/oder im Körper sind, muss es also etwas geben, das hinter unserem Denken, Fühlen und Körperlichen liegt. Diese Instanz nenne ich unseren "inneren Beobachter" der wiederum Teil unseres "höherem Selbst",  unseres Wesenskerns ist. Dieser Wesenskern könnte man auch als Ort unserer "Quelle, Stille, Frieden, Kraft und vollkommene Ordnung" nennen. Aus diesem, unserem Kern heraus wird Leben geschaffen und aus ihm heraus leben wir diese, unsere Realität.
 
Je aktiver wir uns mit diesem inneren, vollständig wertfreien Beobachter verbinden (uns und unserem "Tun" gewahr werden), desto mehr können wir unser "eigenes Spiel" - das wir im Moment inszenieren - beobachten. Dies hat einerseits den Vorteil, dass wir merken, dass wir selbst mit unseren selbst gemachten und für uns gültigen Regeln unser "Lebensspiel" spielen und andererseits, dass wir daraus nun verstehen lernen, dass jeder Widerstand, der uns im Leben entgegen tritt, mit uns und nur mit uns selbst zu tun hat. So wird jeder erfahrene Widerstand zu einer grossen Chance, nämlich zur Möglichkeit, bei uns liebevoll nachzuschauen, welcher Wert, Glaubenssatz, Verhaltensmuster uns im Wege steht, dass dieser Widerstand entstehen konnte.
Alleine schon die Tatsache zu akzeptieren, dass wir selber die Ursache unserer Widerstände sind und unser jeweils aufrichtige, innerliche Wunsch, dies verändern (hinschauen und annehmen können, was sich mir zeigt) zu wollen, löst Transformation aus.
 
Über unseren inneren Beobachter können wir uns auch mehr und mehr unserer Intuitionen und unserer Kreativität gewahr werden. Quasi wie durch uns hindurch können wir beobachten, wie Wissen oder Antworten auf wichtige Fragen genau im richtigen Zeitpunkt in der genau richtigen Form fliessen (Gedanken, konkrete Aussagen, Inspirationen für kreative Arbeit usw.), obwohl wir diese beobachteten oder auch vielfach gesprochenen Inhalte eigentlich gar nicht wissen konnten, diese sich aber sehr tiefgründig und wohltuend anfühlen und sich für uns und alles, was ist, sich auch entsprechend harmonisch auswirken. Genau so einzigartig können wir erfahren, wie ebenfalls im genau richtigen Moment "das" (Lösung, Möglichkeit, Angebot usw.) in unserer Gegenwart auftaucht, das uns hilft, unsere wahren Bedürfnisse zu erfüllen. Und so verändert sich unser Leben Schritt um Schritt zu mehr Freude, innerem Frieden und Gelassenheit und wir werden immer authentischer (wir dürfen der/die sein, der/ die wir wirklich sind).  

Neben der Erkenntnis, dass ein solcher innerer Beobachter existiert, kann dieser mit recht einfachen Übungen und ein wenig Disziplin so geschult werden, dass wir uns gleichzeitig auf mehreren Ebenen gewahr sein können. So können wir z.B. während einer schwierigen Auseinandersetzung mit einer dritten Person gleichzeitig beobachten, wie wir konkret reagieren, wie dabei unsere Gefühlslage ist, ob unsere Körperempfindungen (Herzschläge, Körpertemperatur usw.) normal sind, das Wetter gut ist und sogar auch noch auf unsere Intuition/ Kreativität achten. Damit schaffen wir uns eine immense innerliche Gelassenheit, die ermöglicht, dass wir unserem Denken und Tun viel konkreter bewusst sind und so viel weniger unbewusstes Chaos verursachen. Gleichzeitig fallen uns Lösungen und Möglichkeiten für die Gestaltung unseres Lebens zu, die uns, wenn wir sie im Vorfeld hätten wünschen müssen, niemals eingefallen wären. Unser erlebtes Leben fliesst mehr und mehr harmonisch und freudvoll auf eine uns unerklärbare Weise ineinander. Und so können wir unser wahres Potenzial zur Freude von uns und "Allem, was ist" vollständig einbringen. 

Montag, 24. Dezember 2012

Krisen sind wertvoll. Sie anzugehen noch mehr.

Kennen Sie das? Sie sind in einer Krise und dann sagen Ihnen Ihre Freunde, dass Ihre Krise für Sie (auch) eine Chance sei. Und Sie könnten Sie - zumindest im Moment - erwürgen. Denn Sie fühlen sich schlecht. Glauben, dass alles über Ihnen zusammenbricht. Und vielleicht glauben Sie es nicht nur, sondern Sie erleben es auch so. Und genau jetzt sagt man Ihnen - "dies ist (D)eine Chance...".
 
Ja, es ist, - noch genauer - es kann eine Chance sein. Nur bedingt dies ein paar Schritte, die zu unternehmen sind, bis wir diese wahrnehmen können. Meistens zeigt sich diese Chancen nämlich erst, wenn wir längst wieder den Weg aus ihr gefunden haben und sich dazwischen Weichen für uns gestellt haben, die uns in Richtungen führten, die wir im Vorfeld uns niemals vorstellen konnten.
 
Aber welche Schritte braucht es denn?
 
Das Wichtigste überhaupt ist, die Krise anzunehmen. Oft können wir dies (noch) nicht. Was wir aber (meistens) können, ist annehmen, dass wir die Krise noch nicht annehmen können. Und so komisch dies tönt; bereits dieser Schritt ist die halbe Miete..
 
Sobald wir die Krise also einigermassen annehmen können, können wir auch akzeptieren, dass diese mit uns zu tun hat. Dies ist also der zweite Schritt; aufhören, die Schuld im Aussen zu suchen. Es geht nie um Schuld oder Unschuld. Auch müssen wir aufhören, uns als Opfer zu fühlen.
 
Die Krise hat nämlich nur einen Zweck. Uns zu zwingen, innerlich starre, quasi unveränderliche Positionen/ Werte/ Glaubensyätze/ vermeintliche Zwänge/ oder auch entwicklungshemmende Ängste loslassen zu müssen, um als Ganzes wachsen zu können.
 
Da wir in Krisensituationen manchmal dieses in uns "Erstarrte" nicht kennen und oft deren "Ursache" nicht ausmachen können, ist es in einem dritten Schritt wichtig, im Aussen Hilfe zu holen. Dies kann ein guter Freund sein, oder jemanden völlig Fremden, der die Musse hat Ihnen einfach nur zuzuhören, den Sie weder persönlich kennen, noch - nach diesem Gespräch wieder sehen werden, oder ein Seelsorger, dem Sie uneingeschränkt vertrauen können. Natürlich können Sie auch professionelle Hilfe holen. Sollten Sie diese Form von Unterstützung wählen, ist es aber unabdingar, sich im Vorfeld dieser professionellen Hilfe über den Menschen, der hinter dieser angebotenen Hilfe steht und über die Art und Weise wie er arbeitet Ihr eigenes Bild zu machen.
 
Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, die Krise "auszusitzen". Leider wird sie sich - auch mit der besten Verdrängungsmechanik - nur (relativ) kurzfristig "ausblenden lasen", um dann - meist in noch viel deutlicherer Form - für Sie noch leidvoller zeigen. Und zwar so lange, bis Sie sie annehmen. Eine Krise anzugehen heisst also, das eigene Leiden anzugehen. Je mehr wir bereit sind, durch den dabei entstehenden Schmerz durchzugehen, desto schneller und einfacher können wir die Krise bewältigen. Je früher Sie es also wagen, Ihre Krise anzugehen, desto "kleiner" ist der Schmerz der Bearbeitung und entsprechend schneller und konkreter werden Sie die dahinterstehende Chance nutzen können. Also, packen Sie diese - jetzt für Sie noch - unbekannte Chance und gehen Sie Ihre Krise an.

rolf.muench@quantenschritte.ch

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Beziehungskrise? Je grösser das Konfliktpotenzial ist, desto grösser ist die individuelle Entwicklungschance ....

Streiten Sie noch? Oder ist Ihre Beziehung schon fast erloschen?

Falls es irgendwo dazwischen liegt, sieht es bei Ihnen vielleicht so aus:  
Seit längerer Zeit unternehmen Sie in Ihrer Partnerschaft immer weniger gemeinsam. Vielleicht schlafen Sie noch miteinander, aber Sie empfinden es mehr und mehr als eine Pflichtübung. Wenn Sie miteinander reden, gibt es oft sehr schnell Streit. Sie können dann jeweils nicht verstehen, warum sich Ihr Partner so verändert hat. Ihre Kommunikation untereinander beschränkt sich hauptsächlich auf den Austausch von zwingenden Informationen sowie auf Aufforderungen, der/die andere möge dies oder jenes tun. Sie fühlen sich ungeliebt, ja oft nicht einmal mehr respektiert. In letzter Zeit haben Sie daher immer öfter darüber nachgedacht, sich zu trennen. Wenn da nur die Kinder, das Geld, die gemeinsame Geschichte, oder, oder, oder wären. Zusätzlich macht Ihnen diese mögliche Trennung Angst. 
Fakt ist, dass Ihre Beziehung in einer (ernsthaften) Beziehungskrise steckt. Solche Krisen sind schmerzhaft und oft scheint es einfacher, sich zu trennen als sie wirklich angehen zu wollen. Das ist schade, denn gerade Beziehungskrisen können uns helfen, bisher nicht entdecktes Wachstums- potenzial zu erschliessen und umzusetzen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir aufhören, die Fehler bei/-m (der) Partner/-in zu suchen und ihn/sie verändern zu wollen.

Sie hatten sich nicht einfach nur zufällig gefunden und sich so stark verliebt, dass daraus eine tiefe Beziehung entstehen konnte.

Auch wenn dies für Sie vielleicht ungewohnt tönt, aber aus meiner Sicht sind Sie sich nicht zufällig begegnet, sondern Ihr(e) Partner(in) ist Ihnen "zugefallen". Und zwar meistens darum, weil Sie - aus einer höheren Warte heraus gesehen - oft gemeinsame Felder haben, an denen Sie beide - aus seelischer Sicht - wachsen woll(t)en. Oft erfahren und leben sie diese Felder/ Themen aufgrund Ihrer unterschiedlichen Charaktereigenschaften genau gegensätzlich. Leider wussten Sie dies zum Zeitpunkt als Sie sich gegenseitig verliebten (noch) nicht und auch heute ist Ihnen dies vielfach nach wie vor nicht bewusst. Was meine damit? Machen wir ein Beispiel: Der/die Eine ist vielleicht in seiner Art strukturiert und ordnungsliebend; manchmal sogar etwas pedantisch und alles ist (mehr oder weniger) geregelt und wird im Voraus geplant. Der/die Andere ist demgegenüber eher chaotisch, tendenziell unstrukturiert, offen für Neues und entsprechend spontan. Natürlich haben beide Charaktereigenschaften - je nach Situation - ihre Vor-/Nachteile und weder die eine oder andere Ausprägung ist richtiger oder besser. Oft machen uns sogar am Anfang unserer Beziehung gerade diese Unterschiede Eindruck. Denn auch wir würden gerne mehr strukturiert/vorausschauender bzw. offener/spontaner sein, allerdings meist, ohne dass uns dies so richtig bewusst ist. Später, im Alltag gibt es dann aber viele Situationen, in denen (gemeinsame) Aufgaben entsprechend unterschiedlich angegangen werden. Da jede/-r aber nur aus der jeweils eigenen Wahrnehmung fühlen, denken und handeln kann, stossen diese unterschiedlichen Denk- und Verhaltensweisen beim Partner natürlich oft zu grossem Unverständnis. So passieren doch - aus der eigenen Sicht  - wegen dieser Verhaltensweisen des/r Anderen viele "unverzeihliche Fehler" die dann - je mehr diese vorkommen - so interpretiert werden, wie wenn diese vom/von der Partner/-in absichtlich gemacht würden. Denn wir erwarten doch, dass er/sie uns kennt und uns (immer) liebevoll unterstützt und daher in diesen für uns so wichtigen Situationen so handelt, dass das Resultat so ist, wie wir uns dieses vorstellen (auch wenn wir diese Vorstellung im Vorfeld nie kundtun). Und dies führt dann natürlich zu Konflikten. Wir wollen, ja verlangen, dass sich der/die Andere ändert. Und da dies - in der Regel - nur sehr bedingt funktioniert, stören uns diese Charaktereigenschaften vom/ von der Partner/-in immer mehr.

Und genau hier liegt die Wachstumschance. Denn, alles was uns stört, hat mit uns selbst zu tun. Nicht der/die Partner/-in muss sich ändern, sondern ich. Ich muss mich mit dem Teil in mir "versöhnen", der diese andere Art nicht erträgt und sie daher ablehnt. Ich muss lernen, dieses mir "Unvertraute" zuzulassen und es in mir anzunehmen. Und dies gelingt nur, in dem ich mich mir selbst stelle. Da das "Problem" ja gegenseitig ist, können sich die Beiden allerdings entsprechend gegenseitig unterstützen. Denn beide haben ja genau die gleiche Aufgabe, nur mit umgekehrten Vorzeichen. 

Bedingung für dieses Wachstum ist, dass wir beginnen, unsere wahren Gefühle und Befindlichkeiten unserer bisherigen "Wahrheiten" gegenseitig auszutauschen. Also den/die Andern/-e wirklich kennenlernen möchten, um dadurch mehr von und über uns selbst erfahren zu können. Dies ist eine bewusste und anspruchsvolle Arbeit, die Geduld verlangt. Anfangs wird es Mut brauchen, sich dem/der Partner-/in so zu öffnen/zeigen. Aber - da Ihnen Ihr Gegenüber ja "zugefallen" ist, ist alles, was es dazu an Voraussetzung bräuchte, längst vorhanden und möchte nur noch umgesetzt werden.

Mittwoch, 15. August 2012

Einzigartiges E-Book zu den Themen "Selbstverwirklichung, Innere Ruhe & Selbstveränderung sowie Stress & Krisen ...

Tim Schlenzig von der Plattform myMonk.de hat aus einer unzähligen Menge von Interviews ein E-book erstellt, indem die wichtigsten und aus seiner Sicht besten Aussagen, Tipps und Anleitungen zu den oben erwähnten Themen zusammengefasst wurden. Auch mein Beitrag wurde in diesem E-Book (Interview vom 14. Juli 2012) auf der Seite 27 mit integriert.
Hier der Link zum kostenlosen herunterladen dieses - aus meiner Sicht - wirklich gut gemachtem E-books:      http://mymonk.de/die-mymonk-essenz-ebook/
Einfach die eigene E-Mail-Adresse angeben, die dann auch sicherstellt, dass Ihnen/ Dir weiterhin die interessantesten News von myMonk zugestellt werden.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Interview auf der Internet-Plattform "myMonk.de"

Dem Leben vertrauen – Interview mit Rolf Münch

Rolf Münch kann auf eine lange, vielfältige und erfolgreiche Karriere zurückblicken: angefangen vom Fabrikarbeiter und Kellner über verschiedene Positionen in Marketing und Vertrieb bis hin zur Geschäftsführertätigkeit beim Konzern Henkel und bei Schwarzkopf erlebte er sämtliche Hierarchiestufen in großen Unternehmen. Heute hilft Rolf Münch als Coach und Mediator Menschen, sich neu zu orientieren, erfolgreicher zu sein und Konflikte zu lösen. Wie er inneren Frieden gefunden hat, was er Berufseinsteigern rät und über vieles mehr spricht Herr Münch mit mir im myMONK-Interview.


Sie waren viele Jahre Geschäftsführer bei Henkel und bei Schwarzkopf. War Business damals für Sie „Krieg“? Oder haben Sie während Ihrer hohen Positionen in der Wirtschaft inneren Frieden erfahren, und was heißt „innerer Frieden“ überhaupt?
Für mich bedeutet innerer Frieden, Abstand in sich selbst zu haben.
Was meine ich damit. Nun, wir alle haben in uns eine Instanz, die es uns – während und obwohl wir am Denken sind – ermöglicht, dass wir gleichzeitig diese „denkenden“ Gedanken beobachten können; und die ermöglicht, dass – während wir in einem Gefühl sind (sogar Wut) – wir gleichzeitig dieses Gefühl wahrnehmen können, und – obwohl wir im unseren Körper sind, diesen als Ganzes und/ oder auch einzelne Teile innerhalb unseres Körpers wahrnehmen können. Wenn wir aber dieses „Denken, Fühlen und Körper wahrnehmend beobachten können, obwohl wir denken, fühlen und im Körper sind, dann muss es in uns eine Instanz geben, die hinter diesem Denken, Fühlen und Körperlichem ist. Diese Instanz nenne ich „Höheres Selbst“. Sobald wir uns mit diesem „Höherem Selbst“ aktiv (also bewusst) verbinden, wird es in sich selbst ruhig. Das heißt, der vielleicht vorher intensive Gedankenfluss – also unsere inneren Stimmen und/ oder die oft wirren Gedanken – kann unterbrochen werden und in uns entsteht innerer Frieden (Ruhe und gleichzeitig eine Form von Erholung, ähnlich dem Tiefschlaf).
Dieser innere Frieden wird also dank einer Form von Achtsamkeit erfahren und – je mehr und je öfter wir uns diesem Frieden gewahr werden, desto weniger und leiser werden die Gedanken. Innerer Frieden ist also durch spezifische Achtsamkeit-Übungen erfahr- und erlebbar.
Persönlich habe ich als gut 30-Jähriger angefangen zu meditieren. Ich nannte dies damals „meinen Abfallkübel leeren“. Diese Meditationen haben mir dann über die Jahre geholfen, mich mit meinem Höheren Selbst aktiv zu verbinden und zu lernen, aus ihm heraus mich selbst (wertfrei) zu beobachten. Dadurch gelang es, innerlich mehr und mehr Abstand zu entwickeln (Gelassenheit).
Zu Beginn meiner Arbeitstätigkeit war dies überhaupt nicht so. Da hatte ich sehr viel Druck, Stress, Angst erlebt; z.B. dass ich scheitern könnte, es nicht richtig machen würde, nicht genügen könnte usw.  und ich erlebte das Außen oft als eine Form von Krieg. Je länger ich aber meine Übungen machte, desto weniger und desto leiser wurden diese Stimmen.
Heute verfüge ich über Übungen, die niemandem mehr jahrelanges meditieren abverlangen, um bei sich selbst diesen Frieden erfahren zu können. In meinem Coaching biete ich solche Übungen an (falls es nicht möglich ist, diese bei und mit mir vor Ort zu machen, sind sie auch über Skype und/oder das Telefon machbar), sodass jede Person bereits in einer Sitzung diesen Frieden unmittelbar erleben kann und – falls diese (sehr einfachen) Übungen anschließend zuhause wiederholt werden, diesen Frieden auch jederzeit wieder erfahren kann. 

Welche drei Tipps würden Sie einem Absolventen geben, der auch eine Konzern-Karriere anstrebt?

Als ich jung war, war der Eintritt in einen Konzern oft der Eintritt in das gesamte Arbeitsleben. Der Konzern förderte seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besetzte die eigenen Führungspositionen quasi ausschließlich mit seinem eigenen Nachwuchs. Sogenannte Quereinsteiger waren eher selten. Dies hat sich in den letzten Jahren in den meisten Konzernen stark verändert. Heute ist es immer häufiger, dass Führungskräfte außerhalb der eigenen Struktur gesucht werden, ja sogar immer öfter  Führungskräfte von direkten Marktwettbewerbern abgeworben werden.
Nach wie vor wichtig bleibt aber, dass Nachwuchskader sich im Vorfeld schlaumachen, wie denn die einzelnen Konzerne (in welchen Dimensionen) im Außen wirken. Also welchen Ruf sie ausstrahlen. Wenn für den Einzelnen also hauptsächlich die Karriere im Vordergrund steht, ist es sinnvoll, den Konzern zu wählen, der auf dem Markt als der „Professionellste“ und/oder als der „Erfolgreichste“ gilt. Sind auch andere Werte wichtig (z.B. Nachhaltigkeit, ethisches Verhalten usw.), dann sollten  diese Werte entsprechend (mit-) geprüft werden und anschließend in Bezug auf seine eigenen Prioritäten (wo möchte ich mich aus Sicht meiner Werte) ausrichten.
Wenn irgend möglich, wäre es auch von Vorteil, wenn der Suchende die potentiellen Unternehmen persönlich besser „spüren“ könnte. Jede Form von „schnuppern“ oder  – falls machbar  – von „Praktika“ hilft einem, den internen Stil des einzelnen Konzerns viel konkreter erfahren zu können. Oft ist es nämlich so, dass die Werte, die in Broschuren auf glänzendem Hochglanzpapier, oder auf golden, glänzenden Tafeln gedruckt sind und im Eingangsbereich der Firmen hangen und/oder aufgelegt werden, im Unternehmen nicht oder nur sehr bedingt gelebt werden.

Als Drittes scheint es mir wichtig, – im Sinne einer längerfristigen Karriereplanung – mich anfänglich nicht allzu stark aufs Geld zu fokussieren. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass ich am Anfang meiner Karriere an einem Arbeitsplatz arbeitete, an dem ich weniger verdiente wie meine damalige Sekretärin. Als ich meinen Chef damit konfrontierte, meinte er lakonisch; „sie können gerne die Position der Sekretärin übernehmen, ich würde Ihnen sogar noch mehr bezahlen …“. Da ich damals in meinem Job sehr viel lernen konnte, habe ich es natürlich nie bereut, dieses „Angebot“ nicht angenommen zu haben.

Würden Sie diesem Absolventen vielleicht lieber raten, gleich seinen eigenen Träumen zu folgen, die er vielleicht jenseits der klassischen Karrieregedanken seit Jahren hegt – ein Autor zu werden zum Beispiel, oder sein eigenes Geschäft aufzubauen?

Den eigenen Träumen folgen zu wollen, ist – falls diese Träume stark genug sind – aus meiner Sicht für sich selbst immer von Nutzen.
Einem Traum nicht zu folgen, kann nämlich bedeuten, dass der/die Betroffene sich im Nachhinein (meist erst viele Jahre später) große Selbstvorwürfe macht, sein Leben nicht gelebt zu haben weil er/sie den Traum nicht umgesetzt, oder zumindest es nicht einmal „versucht“ habe. Den Träumen nachleben zu wollen, bedeutet aber meistens, dass das Leben dann nicht so gradlinig (nicht so  berechenbar) verläuft. Dies muss ausgehalten werden. Dem Traum also auch längerfristig folgen zu können, hat so gesehen hauptsächlich damit zu tun, wie stark an diesen Traum, an die eigene Vision geglaubt wird. Denn, wirklich dafür leben zu wollen, kann bedeuten, dass auf vieles, das allgemein als erstrebenswert gilt, verzichten zu müssen. Umgekehrt wird dafür meistens „tiefere“ Zufriedenheit erfahren, die – wenn den eigenen Träumen nicht gefolgt wird  – oft verloren geht.

Glauben Sie an die persönliche Mission, die Berufung?
Ja, für mich ist die Berufung sehr wichtig. Allerdings ist es aus meiner Sicht nicht zwingend, dass diese, also meine Berufung mit dem (dann) ausgewählten Beruf übereinstimmen muss. Für mich ist die Berufung viel mehr eine, bzw. „die“ persönliche Qualität, die mich „einzigartig“ macht. Oder noch einfacher und besser ausgedrückt; es ist die Qualität die, wenn sie eingesetzt wird, einem Selbst am meisten Freude bereitet.
Um diese Berufung zu erkennen, ist es daher sehr nützlich sich zu hinterfragen, was denn genau „mir selbst“ am meisten Freude bereitet. Hinter dieser Freude steht nämlich immer eine Qualität und diese kann herausgearbeitet werden. Kennen wir sie, kennen wir unser „Berufenes“ und können dieses in alle Lebensbereiche und Lebensphasen einbringen und ausleben. Und genau dieses „Einbringen“ – also diese meine „höchste“ Qualität ins zu Leben tragen ist meine persönliche Mission, die sich so erfüllen darf. Zum Nutzen von mir selbst (mehr Freude) und zum Nutzen vom allem Leben insgesamt (Bereicherung dank dem Einbringen des Einzigartigen).

Was raten Sie jungen Menschen, die sich nach dem Studium ganz unsicher sind, was sie mit Ihrem Leben anfangen sollen?
Nicht ungeduldig zu werden und nicht zu glauben, dass sie etwas falsch machen oder sogar Versager(innen) seien, weil sie (noch) nicht (genau) wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen möchten. Es besteht nämlich die Gefahr, dass in dieser Lebensphase der eigene Selbstwert an Status oder materiellen Erfolg gebunden wird und – da dieser im Moment ja nicht gegeben ist – jetzt sofort etwas gemacht wird, das diesem falsch verstandenen Bild von Selbstwert entspricht.  Oft wird dieser selbst auferlegte Erfolgsdruck auch noch durch das „Außen“ verstärkt (bspw. durch die Eltern, durch Vorbilder die es vermeintlich geschafft haben, durch Freunde der Eltern, wichtige Bezugspersonen usw.), die  ja immer „nur das Beste“ wollen.  Leider ist „das Beste wollen“ zwar meistens gut gemeint, aber oft das Gegenteil von „gut“.
Wichtig wäre aus meiner Sicht viel mehr, ins und dem Leben zu vertrauen und den Möglichkeiten, die einem das Leben zeigt, einfach mal zu folgen. Also vielleicht verschiedene Praktika (die sich mir zeigen) zu machen, oder sich durch Reisen inspirieren zu lassen usw.

Auf Ihrer Website schreiben Sie, dass Sie sehr viel an sich gearbeitet haben, um so ruhig, ausgeglichen und zufrieden zu werden, wie Sie es heute sind. Welche Veränderungen haben den größten Unterschied gemacht?
Für mich der größte Unterschied erfuhr ich, als ich für mich erkannte, dass vieles von dem was ich als „meines“ betrachtete, gar nicht meines sein konnte.
Nun, was meine ich damit. So verrückt es jetzt tönen mag; für mich gilt, dass ich den, den ich kenne – also meine Person, mein Ego -, eigentlich gar nicht bin, sondern dass dieses Ego, mein (jetziges) „Ich“ nur das Werkzeug (ein Teil/die Folge) von dem/meinem dahinterliegenden „Undefinierbarem/Unfassbarem“ bin, also von dem, den/das ich nicht kenne. Also anstelle des Satzes von René Descartes, der sagte: „Ich denke, also bin ich“, gilt für mich der Satz umgekehrt, nämlich: „Ich bin, also denke ich“.
Denken, Fühlen und das Körperliche – also vieles, das meine Person ausmacht, sind für mich die in dieses Leben gebrachte Manifestation/Schöpfung von dem „der ich bin, war und immer sein werde. Ich habe bereits bei Ihrer Eingangsfrage beschrieben, dass es ohne Schwierigkeiten möglich sei, sich mit diesem „Unbekanntem“ aktiv zu verbinden (sich erinnern, wer wir wirklich sind). Es ist mir zwar nicht möglich dieses mir Unbekannte“ zu denken, aber ich kann es „erfahren“. Dies bezeichne ich dann als „innerer Frieden erfahren“.
Ich kann diesem, meinem „Höheren Selbst“, dem „Göttlichen in mir“, aber auch meine Fragen/Aufgaben übergeben und kann – wenn ich mich traue, diesem meinem wahren, höherem Sein vollständig zu vertrauen – die entsprechenden Antworten immer genau rechtzeitig durch mich herausfließen lassen/bzw. die nötigen Optionen/Umstände/ Angebote die nötig sind um die Aufgabe/Vision/Vorstellung zu erfüllen immer im für mich genau richtigen Zeitpunkt im Jetzt (in dem was mir als Gegenwart entgegen-kommt) erkennen und nutzen. Wir alle kennen das Erlebnis, wenn es einfach zu uns hinfließt was gerade jetzt nötig ist und wie wunderbar sich in diesen Momenten dieses Gefühl „im Fluss zu sein“ jeweils anfühlt.
Seit dieser Erkenntnis wurde das Leben für mich sehr viel leichter und viel, viel vielfältiger. Ich staune immer wieder über die vielen „Wunder“, die ich erfahren  darf, nur weil ich dieses oder jenes Problem losgelassen habe und dann das Wunder zuließ, ja diese Wunder sogar aktiv begrüßte.  Ich meine damit, dass ich seither mein Leben so verändert habe, dass ich viel mehr Zeit damit verbringe, zu versuchen das zu beobachten, was mir das Leben genau „jetzt“ zeigt und mir dieses – was sich mir zeigt – so gut wie möglich bewusst mache. Und – wenn sich das mir „Zugefallene“ offenbart – dann auch bewusst nutze, also mit ihm gehe. Und zwar auch dann, wenn es vielleicht meinen bisherigen Erfahrungen oder Prinzipien widerspricht. So empfand ich es doch z.B. als superspannend, dass ausgerechnet mir – als erstem Coach aus der Schweiz – es zugefallen ist, dieses Interview zu machen, obwohl ich bisher – mit Ausnahme meiner Webseiten und einem Profil bei Xing und LinkedIn – sehr wenig ins Internet stellte. Aber weil es eben so zugefallen ist, war mir auch völlig klar, dass ich mich auf die Fragen einlasse.

Wo können die Leser mehr über Sie und Ihre Arbeit erfahren?
Ich habe zwei Webseiten, in denen ich mich selbst und meine Arbeit vorstelle. Hier die beiden Links: www.quantenschritte.ch und www.upright-body-mind.ch und ein Profil unter www.xing.com. Seit Ende Juni habe ich mir auch einen Blog eingerichtet, in dem ich zukünftig Artikel veröffentlichen werde. Diejenigen, die mal reinschauen möchten, oder diesem Blog folgen möchten finden ihn unter der Adresse: http://quantenschritte.blogspot.ch.
Herzlichen Dank!